Verfahren

Verfahren

Altreifen sind nicht gleich Altreifen!

Haben Sie sich schon einmal gefragt, …

… aus welchem Material die Gummi-Sportplätze sind, auf denen Fußball gespielt wird?

… was den Flüsterasphalt so leise macht?

… wieso Kinder auf Kinderspielplätzen mit Gummiboden so weich fallen?

Die Antwort ist auf alle Fragen dieselbe: Altreifen sind das Geheimnis.

Altreifen sind ein wertvoller Rohstoff, der in zahlreichen Produkten angewendet werden kann, damit die natürlichen Ressourcen optimal eingesetzt werden.

Ein zweites Leben

Wenn möglich und sinnvoll schenken wir Altreifen ein zweites Leben. Für Lkw- und Busreifen bedeutet das eine Runderneuerung. Grundlage dafür ist eine einwandfreie Karkassen-Qualität. Ist die Karkasse ohne Beschädigungen, kann ein Nutzfahrzeugreifen bis zu dreimal runderneuert werden. Der Vorteil: Bei der Runderneuerung werden deutlich weniger Ressourcen eingesetzt als bei der Produktion eines Neureifens. So sind runderneuerte Nutzfahrzeugreifen gut für die Umwelt und den Geldbeutel.

Übrigens: Grundsätzlich gilt, dass Nutzfahrzeugreifen, die qualitativ hochwertig runderneuert wurden, qualitativ mit Neureifen mithalten können. Bei Pkw-Reifen lohnt sich eine Runderneuerung nicht mehr. Sofern die Altreifen aber noch gut in Schuss und nicht beschädigt sind, verbringen sie ihr zweites Leben im Ausland.

Hauptländer für den Export von Altreifen sind Länder in Osteuropa (oft werden dort gerne gebrauchte Winterreifen aus Deutschland abgenommen, die dann noch einmal gespiket werden) und afrikanische Länder. In den meisten afrikanischen Ländern können auf Grund des Zustandes der Straßen nur geringe Geschwindigkeiten gefahren werden, so dass ein deutscher Sommerreifen, der noch über 2,5 mm Profil verfügt, dort sicher eingesetzt werden kann.

Stoffliche Verwertung

Die stoffliche Verwertung ist unsere zweite Wahl. Bei der stofflichen Verwertung wird der Kautschuk als wertvoller Rohstoff wiederverwendet. Basis der stofflichen Verwertung ist die Granulierung. In einer modernen mechanischen Schredderanlage zerkleinern wir die Altreifen in etwa handtellergroße Gummistücke. Diese werden dann zu Gummigranulat gehäckselt.

Gummigranulat ist das Basismaterial für viele unterschiedliche Gummiprodukte wie zum Beispiel Sportplätze oder Kunstrasen. Wenn das Granulat zu feinem Gummimehl weiterverarbeitet wird, kann es sogar dem so genannten Flüsterasphalt beigemischt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Thermische Verwertung

Eignen sich die Altreifen auch für die stoffliche Verwertung nicht, gibt es die Möglichkeit sie thermisch zu verwerten. Als thermischer Energieträger werden sie dann in großen Anlagen, z. B. in Zementwerken, als besonders leistungsstarker Brennstoff eingesetzt.

Gut für die Umwelt, denn so werden fossile Brennstoffe eingespart.